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zum Seitenanfang Ein Mitbetroffener schrieb mir seine Gedanken über die Sozialmedizin in Punkto Rehaverfahren:

1. REHA, PHASE 1: 

Es ist nachgewiesenermaßen so, dass die Rententräger (RT) ihren hausinternen Anordnungen folgend, die Anträge zunächst einmal (größtenteils) von einem SACHBEARBEITER!! ablehnen lassen. Es wird abgelehnt und für den Antragsteller (AS) so wichtige Zeit vertan; es wird abgelehnt in der Hoffnung, dass ein Großteil der AS schon in diesem Stadium resigniert. Die unterstützenden Ärzte des Patienten sind dann zumeist auch schon - manchmal aus zeitlichen Gründen oder aus Ehrfurcht oder Furcht - nicht bereit, mit den RT allzu hart ins Gericht zu gehen. 

2. REHA, PHASE 2: 

Erst nachdem Widerspruch eingelegt ist, wird von Seiten der RT eine ärztliche Note ins Spiel gebracht. Dann bekommen die hausinternen Ärzte die Sachlage zum ersten Mal zu Gesicht; dass die Symptome des Antragstellers - z.T. aus Verzweiflung oder auch aus Selbstzweifel oder weil er sich so wenig verstanden weiß - durch diese verlorenen Zeit noch schlimmer geworden sind, bleibt in den meisten Fällen nicht aus; bei erstmaliger Zusage wäre ihm vielleicht noch zu helfen gewesen.

Nun kann es sein, dass auch der Widerspruch abgelehnt wird. Danach gibt die zweite Gruppe der Antragsteller auf. Es kann aber auch sein, dass der AS zu einem Gutachter bestellt wird, was sich viele AS ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumuten wollen und ebenfalls aufgeben.

3. REHA, PHASE 3: 

Die Gutachter sind natürlich ebenfalls nicht zu beneiden; müssen sie sich doch fragen, ob sie denn den AS durch die Brille ihrer Auftraggeber oder mit ihren eigenen Augen sehen sollen. Man kann sich gut vorstellen, dass Verträge zwischen RT und Gutachtern nicht unbedingt verlängert werden, wenn der Gutachter zu oft zugunsten des AS entscheidet. Ist dann vielleicht eine Existenzfrage für die Gutachter - die u.U. auf dem Rücken des AS gestellt wird. Letztendlich wird man sich fragen dürfen, ob hier nicht doch der Spruch gilt: "Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing".

4. REHA, PHASE 4: 

Auch der Gutachter lehnt den Widerspruch ab. Der AS glaubt nicht mehr an seine Chance und fragt sich, ob es irgend jemand gibt, der ihn verstehen wird. Er zweifelt an den Fähigkeiten seines eigenen Arztes - der ja auch Arzt ist!! - und stellt dessen Hilflosigkeit und mangelnde Unterstützung für ihn fest. Seine, von seinem Arzt ursprünglich festgestellten, rehawürdigen Krankheiten werden nicht als solche akzeptiert und verkommen zur Makulatur. Auch hier springt wieder ein Teil der AS ab. 

5. REHA, PHASE 5: 

Die tapfersten der noch verbliebenen AS klagen in dieser Phase vor dem Sozialgericht, mit ungewissem Ausgang und eigenem Gegengutachten.

Der weitere Weg ist dann immer noch sehr ungewiss - man bedenke nur die Zeit die vergangen ist, zwischen Antragstellung und möglicher REHA Zusage; auch bedenke man den Zustand des Patienten, der nicht nur mit seiner Krankheit, sondern noch mehr mit sozialen Leistungsträgern so verzweifelt zu kämpfen hatte. 

Sicherlich ist die Vorgehensweise der RT statistisch erfasst und zu dem Ergebnis gekommen, dass man trotz Verwaltungs- und Gutachterkosten, damit am kostengünstigsten und somit am besten fährt. Der Zustand der Rentenkassen erfordert sicherlich ein sehr sorgfältiges Kostenmanagement; dass dabei aber der mögliche Kostenverursacher nur als ein solcher und nicht mehr als ein kranker Mensch oder als Mensch überhaupt, gesehen wird - das stellt unseren sogenannten Sozialstaat doch gewaltig an den Pranger.

Was für die gezeigte Vorgehensweise - die keine Allgemeingültigkeit für sich in Anspruch nimmt, aber sehr gängig ist - gilt, das gilt in gleichem Maße auch für Anträge auf Erwerbsminderungsrente. Da es sich aber bei letzterer um noch größerer potentielle Ausgaben handelt, ist der Widerstand der RT noch größer.

 

 

 

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