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Bericht REHA Aufenthalt

7.3.2002 bis 23.4.2002 in Bad Meinberg - Nähe Paderborn - Brunnenklinik.

 

Ursprünglich vorgesehene Dauer: 4 Wochen + 2 Wochen Verlängerung (ohne Probleme) + 1 Woche Verlängerung (mit detaillierter Begründung meinerseits und Vorsprache beim leitenden Arzt und meiner Therapeutin). Dabei kommt es entscheidend darauf an, ob man möglicherweise arbeitsfähig oder AU entlassen wird. Wenn sich der Verdacht auf AU erhärtet - so hatte ich den Eindruck - dann ist die BfA nicht gern bereit, noch längere Aufenthalte zu finanzieren.

1. Die Klink ist eine psychosomatische, mit einer überwiegenden Tinnituspatientenschaft. Hinzu kommen Angst- und Panikpatienten. Auch viele Mobbinggeplagte.

2. Nach Aufnahme wird man einer Zahlengruppe (tiefenpsychologisch ausgerichtet) oder einer Buchstabengruppe zugeteilt (Tinnitus). Ich war zutiefst erstaunt, wie wenig die Tinnis über ihre Krankheit wussten. Da waren welche, die meinten, sie bekämen in der REHA ein Zauberwort gesagt und sie wären ihren Tinnitus los! War echt erschreckend, wie naiv da einige waren. Spricht wohl sehr für deren HNOs?

Die Zahlengruppen befassen sich mit der Erforschung von individuellen Problemen, die Buchstabengruppen mit dem Umgang mit schon vorhandenen und akzeptierten Problemen.

EINZELGESPRÄCHE: Insgesamt wurden meiner Ansicht nach zu wenig Einzelgespräche angeboten. Das führte dann dazu, dass manche, vor allem weil sie nicht "öffentlich" über ihre Probleme reden wollten/konnten, sie mit eben diesen wieder nach Hause fuhren. Es gab dann in den Gruppen einzelne Patienten, die NUR über ihre eigenen Probleme redeten und die durch ihre Dominanz, keinen Anderen zu Wort kommen ließen. Hier hatte dann aber oft das
Eingreifen der Therapeuten gefehlt.

ARBEIT IN DER GRUPPE: Meine Gruppenarbeit war sehr gut - hängt auch viel von der Zusammensetzung ab. Wir haben uns echte "Positivgedanken" oder bestimmte Leitsätze erarbeitet, die man sich im AT z. B. noch mal verinnerlichen kann. Wir waren dabei von falschen Ansätzen ausgegangen, die wir alle in irgendeiner Form in unserem Verhalten zeigen, z.B. dass wir "für Alles verantwortlich sind" und "Alles unter Kontrolle haben müssen"; "dass uns alle mögen müssen", usw. Eine Umwandlung war z.B.: "Ich akzeptiere bestimmte Gegebenheiten" oder "Ich habe Mitgefühl mit Anderen, ohne dabei mich selbst aus den Augen zu verlieren".

3. Die Klinik ist vom Ambiente her sehr in Ordnung. Nette Einzelzimmer (nur), Therapieräume, Pool, Sauna, Speisesaal, Badeabteilung (Massagen u. Krankengymnastik auch Bäder), Aufenthaltsraum - riesig - ebenso wie das Raucherzimmer.

4. Bad Meinberg - das Städtchen bietet sehr wenig. Kaum Lokale oder irgendwas Kulturelles. In näherer Umgebung gibt es aber ganz ordentliche Ausflugsziele.

5. Das Personal, mit dem ich es zu tun hatte, war außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Der größte Vorteil aber war, dass dort sogar die Gärtner wissen, was MM ist. Man tut sich da um einiges leichter. Vor allem meine Krankengymnastin war prima informiert darüber, was es so mit dem MM auf sich hat. Auch der Chef des Hauses, Dr. Hocker, weiß sehr wohl mit MM-Patienten umzugehen und kennt die Problematik. Leider kein HNO im Haus, aber in unmittelbarer Nähe.

6. Große Palette von Therapien: Thai Chi, AT, Schwindeltraining, Lebensplanung - der Renner schlechthin. Die Lebensplanung war total überlaufen und ich hatte zu spät erfahren, dass es sie gibt und wie gut sie präsentiert wird. Dabei geht es nicht nur um die kurzfristigen, sondern auch um langfristige Planungen. Hier werden doch bei jedem MMler die Glocken läuten! Es geht also darum, wie ich meinen Tag und wie ich mein Leben plane - ja, auch wenn da Stolpersteine auftauchen und Unvorhergesehenes passiert. Wie gestalte ich meinen Tag, wie setze ich meine Ziele für den Rest meines Lebens. Dass es da bei den MMlern um 2 Planungsphasen geht, steht meiner Ansicht nach absolut fest. Einmal mit MM und eingeschränkten Möglichkeiten und reduzierten Zielvorstellungen und einmal NACH MM, mit dem gesamten Spektrum des Schönen im Leben und einer ungleich größeren Anzahl von Möglichkeiten. Es geht um bestimmte Konzepte und Muster, denen man dann wie einem Leitfaden folgen kann oder es zumindest versuchen soll. "Wenn - Dann" Situationen. Diese Einschätzung habe ich erhalten, durch Gespräche mit Teilnehmern dieser Therapie. Der verantwortliche Therapeut ist Spitzenklasse und hat auf fast Alles eine Antwort. Wie gesagt, ich habe dieses Angebot leider verpasst.

Gutes Angebot im kreativen Bereich.

Es gibt auch einen Schmerztherapeuten - Arbeitet mit Spritzen, Schlangengift
u. Akupunktur.

Engagierter Chef der Sport und Kreativabteilung, macht auch die "Lebensplanung". Es wird täglich etwas angeboten.

In der Nähe gibt es das In.Ti, einem Haus, in dem ständig Tinnitusvorträge angeboten werden. Dem ein oder anderen werden die Namen Pilgram und Liebesch(?) etwas sagen.

7. Essen im nettem Speisesaal recht ordentlich.

8. Für Hörgeschädigte ist die Klinik nicht geeignet - 2 Betroffene gaben dann auch relativ schnell auf, weil kein spezielles Therapieangebot für 
Hörgeschädigte geboten wird. Da fragt man sich wieder, wie viel Arbeit sich 
die "Entsender" machen, bei der Klinikwahl!!! 

WAS HAT MIR DIE REHA GEBRACHT?

Leider hatte ich mir schon in den ersten Tagen - durch Übereifer beim Bewegungstraining - derart die Hüfte ruiniert, dass ich notgedrungen meine sportlichen Aktivitäten an den Nagel hängen musste. Hatte während des Aufenthaltes 4 MM Attacken, die allesamt erträglich waren. Habe festgestellt, dass, wenn man Kollegen hat, die vor Ort sind, man leichter aus den Nach-MM-Löchern rauskommt. War spazieren - in dem sehr schönen Kurpark - soweit es die Hüfte zuließ. AT bekam mir sehr gut. Anfangs hatte ich eine Supertherapeutin, die nach 4 Wochen leider in Urlaub ging. Die Nachfolgerin hatte dann eher Dienst nach Vorschrift gemacht.

Sehr gerne bin ich in die Veranstaltungen, in denen bestimmte Themen von Therapeuten präsentiert wurden, z.B. Angst, Liebe, Macht/Ohnmacht usw. Gab mir die Möglichkeit, mal über bestimmte Dinge neu nachzudenken oder existierende Verhaltensweisen zu überdenken. Hier war der Erfolg aber extrem von der Vorstellung der jeweiligen Therapeuten abhängig. Alles in allem war ich mit dem Aufenthalt zufrieden. Einen neuen Freundeskreis kennen gelernt mit sehr netten Kolleginnen und Kollegen. Festgestellt, dass es zig andere mit noch größeren Problemen gibt. Aus bestimmten Diskussionen das Vorteilhafte für mich rausgeholt. Innerlich ruhiger geworden. Vom AT profitiert. Entspannt.

Die Zugreise bekam mir besser als ich befürchtet hatte. 430 km. Ursprünglich hatte ich erwartet, nicht aus dem Fenster sehen zu können, ohne dass ich Extremschwindel bekommen hätte. Das ging dann aber doch - nur musste ich in die Ferne sehen. Was mir ordentlich zu schaffe machte, war, als der Zug sich innerhalb der Gleise ruckartig seitwärts bewegte. Da wurde mir ein ums andere mal schlecht und sehr taumelig - aber nie bis zum Erbrechen. Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen meinen lieben Kartenschreiberinnen bedanken - Stefanie, Beate, Karin, Ina. Leider habe ich nicht so viel zurückgeschrieben, wie ich bekam - sorry!

Jetzt muss ich mit dem Arbeitsamt besprechen - bin bei der KK ausgesteuert - wie es weitergehen soll mit mir - die wollen mich bestimmt loswerden. Bin AU entlassen worden, mit dem Hinweis, dass sich die BfA mit meinem Arbeitgeber in Verbindung setzen soll, wegen einer möglichen Teilbeschäftigung. Mir wurde auch eine psychosomatische Klinik in meiner Nähe zur Weiterbehandlung empfohlen.

Wilfried Schmitt

 

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