.Andrea
.Andreas
.Bernd
.Carola
.Gudrun
.Ina
.Kerstin
.Maria
.Marion
.Martina
.MM1
.MM2
.Olivia
.Richard
.Roger
.Sonia
.Stefanie
.Svenja
.Tanja
.Uschi
.Wilfried
.Wilfried (Reha-Aufenhalt)
.Wolfgang

...
 


Menière und Tinnitus
MM & Dauerschwindel
MM in der Sozialmedizin
Interessantes aus England

 

Platzhalter

[ zurück ]

 
 

zum Seitenanfang  Thema: Morbus Menière und Dauerschwindel
Persönliche Gedankengänge von Ina Scholz

MM und Dauerschwindel

Hier spielt sich bei MM das Hauptgeschehen ab.
In den letzten Tagen kam unter den Betroffenen wieder das Thema Dauerschwindel in Verbindung mit Menière zur Sprache. 

Fakt ist: Viele Betroffene berichten darüber, aber im allgemein anerkannten Krankheitsbild des Menière finden diese Äußerungen und Beschwerden kaum "Gehör". 

Contra steht somit oft die fachliche Kompetenz der Medizin gegen die erlebte Kompetenz der Betroffenen. 

Weicht man einfach einmal von den typischen und verbreiteten Erklärungen des Menière ab und betrachtet nur die Gesamtfunktion des kompletten Gleichgewichtsapparates, die vielen Sensoren, die mit ihren Meldungen hier einfließen und das enorme System, wo diese Reize dann verarbeitet werden, so stellt man fest: Es reicht weit über die des Gleichgewichtsorgans im Innenohr hinaus. 

Bei Menière-Betroffenen liegt ein - wenn man es mal salopp sagen kann - Fehler in diesem System vor, nämlich im Gleichgewichtsorgan, was nicht richtig funktioniert. 

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass immer wiederkehrende "Fehlermeldungen" nicht mehr richtig erfasst und verarbeitet werden können. 

Ähnlich wie z. B. bei einem chronischen Tinnitus könnte man hier also auch eine nicht unwesentliche zentral bedingte Komponente beim Schwindelgeschehen ins Auge fassen. Hier meine ich nicht den psychischen Aspekt. Das ist noch einmal getrennt zu bewerten. 

Desweiteren könnte man die Frage stellen, ob nicht bereits schon beim Druckaufbau, der bei Menière ja typisch ist, die Membranen im Innenohr und somit auch die darin befindlichen Otolithen (kleine Körnchen) so gedehnt bzw. gereizt werden, dass hier schon Schwindel entsteht. Erst wenn die Membranen reißen und die Haarzellen in den Bogengängen irritiert werden, der starke Schwindel bzw. die Schwindelattacke auftritt....

Woran kann es also liegen, dass einige Betroffene berichten, dass ihre starken MM-Anfälle ausgeblieben sind, sowohl mit als auch ohne Therapien, sie aber nun kürzeren, dafür häufigen Schwindel haben, der oft auch über Tage oder sogar 1-3 Wochen andauern kann?

Findet vielleicht immer noch ein Druckauf- u. -abbau statt, der aber geringer ist, somit der Schwindel andere Formen im Laufe der Zeit annehmen kann? 

In diesem Zusammenhang treten aber weiterhin verstärkte Ohrgeräusche, häufige Übelkeit und Ohrendruck auf. 

Woran kann es liegen, dass auch visuelle Reize bei den Betroffenen zu Unwohlsein und sogar leichtem Schwindel führen? 

Ebenso Anforderungen an das Gleichgewichtsorgan, was z. B. schon eine lange Autofahrt, ein Spaziergang oder ähnliches darstellen kann. 

Immer wieder liest und hört man, dass die Betroffenen zwischen den "eigentlichen" Anfällen beschwerdefrei sind (zu sein haben), ich selbst kenne so gut wie keinen, wo diese Aussage zutrifft. 

Auch Ärzte haben mir m. E. bestätigt, dass ein "Auferstehen wie Phoenix aus der Asche" direkt nach einem starken Schwindel nahezu unmöglich ist, da das Gehirn und das Gleichgewicht erst einmal wieder in Einklang kommen (kompensieren) müssen.

Kann man wirklich nach einiger Zeit mit dieser Krankheit, wo immer wieder "Fehlfunktionen" und "Fehlermeldungen" auftreten, die mehr als nur das Innenohr betreffen, wirklich noch völlig beschwerdefrei sein? Warum diese Sicherheit, wo bis heute nicht ganz klar ist, WOHER überhaupt diese Fehlfunktionen bzw. der Menière herrührt? 

Ein Herr Stoll schrieb 1985 einmal, dass auch zwischen den Anfällen das Gleichgewicht eines Menière-Kranken nicht mit dem eines Gesunden gleichgesetzt werden kann. 

Diese These deckt sich weit mehr mit den Schilderungen der Betroffenen, als mit der Auffassung: Es gibt nur die reinen Anfälle. 

Darf und kann man es sich hier wirklich so einfach machen und jegliches Schwindelgeschehen, was von den "reinen" Anfällen abweicht, in die Sparte psychogener Schwindel hineininterpretieren? 

Kann dieses wirklich uns Betroffenen mit den oft so unterschiedlichen Beschwerdeschwerpunkten, aber zum Teil auch identischen Schilderungen gerecht werden? 

Ich denke, da es ebenso wenig "DEN" Menière, wie auch "DEN" Tinnitus gibt, sollte man versuchen, dieses bisher doch sehr undurchschaubare Krankheitsbild etwas offener und kritischer zu betrachten. Beobachtungen und Äußerungen von Betroffenen ernster nehmen und somit eventuell auf neue Erkenntnisse stoßen. Dadurch dann andere Aspekte zulassen und vor allem anerkennen.

 

 

Zum Seitenanfang             [ zurück ]

Home ] Selbsthilfe Menière Online - Berichte von Betroffenen ] zum Thema MM & Tinnitus ] [ zum Thema MM & Dauerschwindel ] Menière in der Sozialmedizin ] Interessantes aus England ]