Ototoxische (ohrgiftige) Medikamente

Bei meinen Erkundungsgängen im Internet und durch den Austausch mit Betroffenen (Menière als auch Tinnitus), bin ich auf dieses Thema aufmerksam geworden.

Auch ich persönlich habe auf Grund etlicher Erkrankungen viel an Medikamenten nehmen müssen und nun wurde mir erst rückblickend klar, dass ich damals nie auf eventuell giftige Wirkungen geachtet habe oder von Ärzten darauf hingewiesen worden bin.

Zu guter letzt rief mich ein verzweifelter Ehemann an, dessen Frau wegen einer Rückenmarksentzündung medikamentös behandelt wurde und bei ihr dadurch beide Ohren bzw. die Gleichgewichtsorgane massiv geschädigt worden sind.

Das ließ mich aufhorchen und somit habe ich mich mit diesem Thema einmal etwas näher beschäftigt.

Die Ursachen von Menière und Tinnitus sind bis heute nicht erwiesen und verschiedene Möglichkeiten werden immer wieder diskutiert. Daher möchte ich hier in keinem Falle behaupten, dass allein durch eventuelle Medikationen diese Leiden ausgelöst werden können!

Sondern lediglich darauf aufmerksam machen, dass es nicht ganz unbeachtet bei der Diagnosefindung, evtl. Ursachenforschung und auch bei der Verordnung von Medikamenten bei Patienten - besonders mit Vorerkrankungen- bleiben sollte.

Inge Grinz hat auf der Homepage:
http://www.schwerhoerigen-netz.de/RATGEBER/MEDIZIN/MEDIKAMENTE/medikamente01.htm (offline) einige Informationen zu diesem Thema veröffentlicht. Ich werde hier lediglich einige Auszüge daraus aufführen. Die vollständigen und ausführlichen Beschreibungen wären dann unter den Links direkt nachzulesen.

Der Stoffwechsel findet über die Innenohrflüssigkeit statt, die sich in den Hohlräumen des Innenohrs befindet.

Der Stoffwechsel in der Innenohrflüssigkeit geht jedoch langsamer vor sich als im Blutkreislauf. Somit kann u. U. die Konzentration eines zugefügten Stoffes in der Innenohrflüssigkeit hundert mal so hoch sein wie im Blutkreislauf im übrigen Körper.

Verzögert wird der Abbau eines Stoffes, wenn gleichzeitig eine Niereninsuffizienz (Nierenfunktionsstörung) vorliegt, d. h. wenn die Ausscheidung über die Nieren gestört ist.

Ototoxisch (giftig auf das Ohr) wirkende Stoffe, die in der Innenohrflüssigkeit hoch konzentriert sind, oder nicht schnell genug abgebaut werden, können die empfindliche Innenohrstruktur, vor allem deren Haarzellen (Sinneszellen) in der Hörschnecke schädigen. Es kommt zur Vergiftung der Haarzellen, sie sterben ab.

Die Funktion der Hörschnecke ist gestört und es kommt zur sogenannten Schallempfindungsschwerhörigkeit, auch Innenohrschwerhörigkeit genannt.

Einige Substanzen schädigen also mehr die Gleichgewichtsorgane, andere vorwiegend die Haarzellen, das Cortische Organ. Wieder andere schädigen den Hörnerv.

  • Ototoxische Antibiotika 
    Aminoglycosidantibiotika
  • Diuretika (Schleifendiuretika)
  • Antimalariamittel 
  • Zytostatika 
  • Hormonpräparate 
  • Genußmittel 

Quelle: http://www.schwerhoerigen-netz.de/RATGEBER/MEDIZIN/MEDIKAMENTE/medikamente01.htm (offline)

 

Innenohr

Die Sinneszellen des Innenohrs sowohl für die Wahrnehmung von Geräuschen als auch der Beschleunigung und Schwerkraft sind von einer einzigartigen extrazellulären Körperflüssigkeit umspült, der Endolymphe des Innenohrs (etwa 40 Mikroliter beim Menschen, 2 Mikroliter bei der Ratte). Ihre ungewöhnliche Zusammensetzung ähnelt mit 150 mM K+, 5 mM Na+ und 50 mikroM Ca2+ stark einer Intrazellulärflüssigkeit. Die Endolymphe befindet sich in einem abgeschlossenen Flüssigkeitsraum. Veränderungen der Endolymphzusammensetzung und vor allem eine Volumenzunahme (Hydrops), z. B. durch ototoxische Arzneistoffe, haben dramatische pathologische Auswirkungen auf die sensorischen Funktionen des Innenohrs (Morbus Meniere). 

Quelle: http://homepages.uni-tuebingen.de/beitz/aqp.html (offline)

Eine Liste von Medikamenten ist u. a. zu lesen unter dem Link:

http://www.neuro24.de/s11.htm 

Leider ist mir hier die Vollständigkeit und Aktualität nicht bekannt!

Dieses Thema ist sicherlich hochinteressant. Daher wäre ich auch sehr an Erfahrungen oder Meinungen von Mitbetroffenen und auch Fachleuten diesbezüglich interessiert. 

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