Welche Vergünstigungen kann ich m. E. durch ein geringes Einkommen (z. B. Krankengeld, Rente wegen Erwerbsminderung) bekommen?

Jeder kennt es: Die Sozialbeiträge werden erhöht und die Mitteilung unserer Krankenkassen, wieviel wir nun zu zahlen haben, lässt nicht lange auf sich warten.
Umgekehrt wird aber leider nicht darauf hingewiesen, wenn ein Versicherter durch ein geringes Einkommen eventuell Vergünstigungen bekommen kann.

Hier einige Tipps:

  • Gem. der neuen Gesundheitsreform bekommen Menschen mit geringem Einkommen keine komplette Befreiung bei Heilmittelzuzahlungen mehr. Ebenso sind sie auch nicht von der Zahlungspflicht der Praxisgebühr entbunden.
    Derzeit gilt als Vergünstigung nur noch, wenn eine bestimmte Belastungsgrenze innerhalb von 12 Monate bei Zuzahlungen erreicht wird.

    2% vom Bruttoeinkommen in 12 Monaten für alle Versicherten
    1% vom Bruttoeinkommen in 12 Monaten von anerkannt chron. Kranken. (Anträge bei der jeweiligen Krankenkasse anzufordern).

    Hierbei gilt: NUR der Beitrag der über der jeweiligen Belastungsgrenze liegt wird rückerstattet, NICHT alle Zuzahlungen die vorgeleistet worden sind.

    Bei der Berechnung der persönlichen Belastungsgrenze zählen sowohl Praxisgebühr, als auch Krankenhaustagegelder, Medikamente (nur verschreibungspflichtig) und jegliche anerkannte Heilmittel.

    WICHTIG für Empfänger von Renten mit Grundsicherung, Sozialgeld oder Hartz IV:

    Was viele nicht wissen ist, dass hier bei der Berechnung der Belastungsgrenze NUR die Summe der HILFE ZUM LEBEN zu Grunde gelegt wird und nicht die komplette Rente inkl. Zusatzleistungen wie Grundsicherung oder Sozialgeld. Oftmals werden hier falsche Auskünfte erteilt.

    Berechnungsbeispiel:
    aktueller Grundsatz zum Leben in Westdeutschland für eine Person liegt z. Zt. bei 345 Euro.

    345 x 12 = 4.140 Euro Brutto im Jahr
    2% Belastungsgrenze wären hier also 82,80 Euro
    1% Belastungsgrenze bei Chronikern 41,40 Euro.


    sobald man diese Grenzen überschreitet, steht einem die Befreiung für das restliche Jahr bzw. überzahlte Beiträge in Rückerstattung zu! Von diesem Recht sollten sie Gebrauch machen, ggf. auch ruhig versuchen noch Ansprüche aus dem letzten Jahr geltend zu machen, falls vorhanden oder verpasst.

    Wichtig ist: es müssen alle Zuzahlungen dem Antrag als Belege beigefügt sein! Dies gilt generell für den Befreiungsantrag.

  • Rentner wegen Erwerbsminderung oder Rente im Alter sollten bei einem geringen Anspruch bei der Gemeinde prüfen lassen, ob sie nicht einen eventuellen Zusatzanspruch auf Grundsicherung oder Sozialgeld gem. SGB XII haben. Oftmals kann es sein, dass Renten in ihrer Höhe unter dem aktuellen Sozialhilfesatz liegen und daher ein Anspruch geltend gemacht werden kann. So traurig das ist, es ist öfter als man denkt.
    Dieses gilt allgemein für eine alleinstehende Person!
    ! Berechnungen innerhalb von Ehe und Partnerschaft werden dann individuell geprüft und beurteilt. !

  • Ebenso kann bei einem geringen Einkommen eventuell ein Mietzuschuss bei der Stadt geltend gemacht werden. Zuständig hier die Abteilung für Wohngeld bei der Stadtverwaltung.

  • Eine Befreiung der GEZ-Gebühren kann auch beantragt werden, hier bei der Stelle für Rundfunkgebührenbefreiung bei der Stadtverwaltung.

  • Durch eine Befreiung der GEZ kann bei der Telekom ein Sozialtarif beantragt werden.

    Alle Gespräche sind somit etwas günstiger.

 

BEACHTE:

  • Bei eventuellen starken Hörschäden, oder einem GdB von 80 kann auch ohne Einkommensgrenze evtl. eine GEZ-Befreiung und Telefonvergünstigung erfolgen.

  • Bei einer Ehe und gemeinsamem Einkommen, Familienversicherungen o. ä, könnte es bei den o. a. Dingen eventuell Sonderregelungen geben.
    Dieses bitte dann erwähnen.

Seitenanfang

zurück zu "Was ist sonst noch wissenswert?"




Falls Sie links keine Navigationsleiste sehen: www.sh-meniere.de